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zen geschichten II

Eines Tages ging der berühmte Schwertmeister und Zenanhänger
Tesshu zu Dukuon und berichtete ihm triumphierend, erglaube,
dass alles, was existiert, leer ist, es weder du noch ich gibt, usw.
Der Meister hörte schweigend zu, bis er plotzlich seine lange
Tabakpfeife ergriff und Tesshu auf den Kopf schlug.
Der erzürnte Schwertkämpfer hätte den Meister auf der Stelle
getötet, doch Dukuon sagte ruhig: "Die Leere ist schnell dabei,
Ärger zu zeigen, nicht wahr?"
Mit einem gezwungenen Lächeln verliess Tesshu den Raum.

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Ein Kaufmann war vom erhabenen Zustand des Zenmönchs Hakuin
tief beeindruckt. Immer wieder schenkte er dem Mönch Geld und
Kostbarkeiten.
Nun hatte die Tochter des Kaufmanns eine Liebesaffäre mit einem
Diener der Familie und bekam ein Kind von ihm. Erzürnt verlangte
der Kaufmann eine Erklärung. Da sagte die Tochter, sie sei von
dem Mönch Hakuin schwanger.
Der Kaufmann war wütend:" Nur daran zu denken, dass ich diesem
gemeinen Glatzkopf zehn Jahre lang Almosen gegeben habe!" Er
nahm das Baby auf den Arm, brachte es zu Hakuin, legte es ihm
auf den Schoss, beschimpfte ihn heftig und zog beleidigt wieder
ab.
Hakuin verteidigte sich nicht. Er sagte lediglich: "So." Und sorgte
für das Baby, als wäre es sein eigenes. Die Leute, die ihn sahen,
dachten, er sei der Vater des Kindes.
Als eines Wintertags Hakuin bei fallendem Schnee, um Almosen
bettelnd und das Kind auf dem Arm, von Haus zu Haus zog, sah
ihn die Kaufmannstochter und konnte es nicht mehr länger
ertragen. Weinend ging sie zu ihrem Vater und gestand ihm alles.
Der Kaufmann eilte sogleich zu Hakuin und bat ihn vielmals um
Vergebung und nahm das Kind wieder an sich.
Hakuin sagte lediglich: "So."

 

 



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